- 09. 12. 2010: Prof. Jörg Stark (ehemals Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung und Kepler-Gymnasium Tübingen): Tübinger Autoren mathematischer Schulbücher und ihre Werke
Im Jahr 1822 beschloss der Rat der Stadt Tübingen auf Drängen der Bürgerschaft neben der schon seit Jahrhunderten bestehenden Lateinschule eine Realschule einzurichten. Seit dieser Zeit wurden im Laufe der Entwicklung von einer Realschule für Knaben über die Gründung einer Realschule für Mädchen bis hin zu den heutigen Gymnasien viele mathematische Schulbücher von Tübinger Autoren geschrieben. Schon früh ergaben sich Kontakte zur Universität Tübingen; so war bei der Gründung des mathematischen Seminars ein Tübinger Schulleiter beteiligt. Manche Autoren waren auch noch auf ganz anderen Gebieten tätig und legten überraschende Ergebnisse vor. Über diese vielseitigen Tätigkeiten soll berichtet werden, wobei die schwierige Zeit vor und nach 1945 nicht ausgespart wird.
- 16. 12. 2010: Dr. Gerhard Betsch (ehemals Universität Tübingen): Johann Gottl. Friedr. Bohnenberger (1765-1831) als Geodät, Physiker und Astronom
Eine Ausstellung in Stuttgart, die am 10. Dezember eröffnet wird, würdigt Bohnenberger vor allem als Begründer der Kreiseltechnik. Der geplante Vortrag wendet sich dagegen zentralen Themen in Bohnenbergers wissenschaftlicher Arbeit zu: Geographische Ortsbestimmung, Theorie und Praxis der Landesvermessung, logistische Probleme in diesem Zusammenhang. Ferner exakte Bestimmung der Schwerebeschleunigung (Reversionspendel); Vermessung wichtiger astronomischer Vorgänge, usw. Schließlich zum Stichwort Wissenschaftsdidaktik: Wie vermittelte Bohnenberger seine Einsichten einer Hörer- und Leserschaft mit sehr geringen Vorkenntnissen?
- 13. 01. 2011: Dr. Max Selinka (Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung und Wildermuth-Gymnasium Tübingen): Was soll und kann eine fachdidaktische Vorlesung leisten?
Klagen über die Schwächen der Mathematiklehrerausbildung gibt es zuhauf, und von der Reform des Studiums wird eine Verbesserung dieser Situation erwartet. Ausgehend von jahrelangen Erfahrungen in Prüfungen, mit Praktikanten und Referendaren sollen Punkte aufgezeigt werden, in denen eine fachdidaktische Veranstaltung ihren Beitrag zur Verbessserung der Ausbildung bringen kann oder könnte.
- 20. 01. 2011, Achtung: ausnahmsweise 19.15 Uhr: Prof. Dr. Stefan Teufel (Universität Tübingen): Eine mathematische Einführung in die Bohmsche Mechanik
Die Bohmsche Mechanik ist eine mathematisch präzise formulierbare Theorie über die Dynamik von Punktteilchen. Die statistischen Voraussagen dieser Theorie stimmen exakt mit den Vorhersagen der Quantenmechanik überein und letztere kann als "Messformalismus" der Bohmschen Mechanik aufgefasst werden. In meinem Vortrag möchte ich diese Behauptungen präzisieren und die zugehörigen mathematischen Resultate vorstellen.
- 27. 01. 2011: Dr. Michael Bürker (Universität Freiburg): Vom Sparen, Tilgen und Wachsen - die Finanzkrise als Impuls für Modellierungsaufgaben
Die Schulmathematik ist von der Primarstufe bis zum Abitur von Aufgaben durchzogen, die mit dem Thema "Geld" zu tun haben. Ausgehend von grundsätzlichen Überlegungen zur weltweiten Finanzkrise und der Aufgabe von Schule und Bildungsinstitutionen, das Allgemeinwissen um Finanz- und Wachstumsprobleme zu vertiefen und zu erweitern, soll im Vortrag folgenden Fragen nachgegangen werden: Wie wirkt sich eine Zinserhöhung bei einem Tilgungsvorgang aus? Wie kann man Geldströme so modellieren, dass man schnelle Überschlags- und Näherungsrechnungen durchführen kann? Wie kann man diese Modellrechnungen auf allgemeine Wachstumsprozesse übertragen? Eine wichtige Rolle spielt dabei eine in der Schulmathematik viel zu wenig beachtete, relativ einfache Formel für die explizite Darstellung einer linearen Rekursion.
- 03. 02. 2011: Dr. Wolfgang Grölz (ehemals Universität Tübingen): Ein Blick zurück
Die Erinnerung aus gegebenen Anlass an eine etwas andere Veranstaltungsreihe am Mathematischen Institut fördert sehr Verschiedenartiges zutage: Gelugenes und Missratenes, Anspruchvolles und Banales, Erfolge und Misserfolge, Hoffnungen und Enttäuschungen, Zustimmung und Ablehnung, vor allem das Bild mannigfacher Mitwirkender. Dass die Reihe mit einem neuen Protagonisten forgesetzt wurde und jetzt wieder in neue Regie übergeht, ist ein Anlass zur Rückbesinnung, lässt aber auch - man verzeihe die versteckte Anmaßung - das klammheimliche Gefühl von Stolz aufkommen.
Die Vorträge finden jeweils am Donnerstag um 18:15 Uhr im Hörsaal M1 des Mathematischen Instituts der Universität Tübingen statt (Ausnahme am 20. 01. 2011).
Zu den Vorträgen sind alle interessierten Studierenden und Lehrenden
an Schule und Hochschule herzlich eingeladen.
F. Haug, F. Loose
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